{"id":98,"date":"2024-06-20T21:04:31","date_gmt":"2024-06-20T19:04:31","guid":{"rendered":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/?page_id=98"},"modified":"2025-08-11T16:24:50","modified_gmt":"2025-08-11T14:24:50","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<div class=\"leading\">\n<div class=\"front\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-160\" src=\"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/alp_bis_1982_6_20100115_1280789011-300x210.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/alp_bis_1982_6_20100115_1280789011-300x210.jpeg 300w, https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/alp_bis_1982_6_20100115_1280789011-1024x715.jpeg 1024w, https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/alp_bis_1982_6_20100115_1280789011-768x536.jpeg 768w, https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/alp_bis_1982_6_20100115_1280789011.jpeg 1260w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Colmina &#8211; eine kurze Geschichte des \u00abposto pi\u00f9 bello del mondo\u00bb<\/strong><\/p>\n<div class=\"default-style\">Sch\u00f6n? Nein, Colmina ist nicht einfach sch\u00f6n. Nicht bloss idyllisch. Colmina ist mehr. Viel mehr. Schlicht \u00abil posto pi\u00f9 bello del mondo\u00bb. So hat es Fausto mal ausgedr\u00fcckt, und der war kein Mann der grossen Worte. Lieber schichtete er stundenlang Steine und renovierte H\u00e4user auf dieser Alp hoch \u00fcber dem Centovalli mit Blick auf den Lago Maggiore auf der einen und dem Onsernone-Tal auf der anderen Seite. Aber beginnen wir von vorne in der Colmina-Geschichte.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div class=\"default-style\">Um 1850 wurde in der Region alles Land ben\u00f6tigt, um die in Armut lebenden Leute zu ern\u00e4hren &#8211; es blieben nur wenige Waldflecken \u00fcbrig. In den 1950er- und 1960er-Jahren standen dann allerdings viele Tessiner \u00abMonti\u00bb mit ihren charakteristischen Steinh\u00e4usern vor dem Verfall. 1959 organisierte der Escherbund &#8211; entstanden 1935 auf der Grundlage eines freiheitlichen, ethisch begr\u00fcndeten Sozialismus &#8211; in Pila oberhalb von Intragna ein Treffen. Mit dabei war Gertrud Sch\u00fcmperli, im Spital \u00abSchwester Gritli\u00bb genannt, f\u00fcr die Verwandten schlicht \u00abGotte Trudi\u00bb. Rasch wuchs ihr die Gegend ans Herz, und schon ein Jahr sp\u00e4ter erwarb sie die beiden H\u00e4user von Colmina di dietro. Bald kam die grosse Fl\u00e4che bis zum H\u00fcgel hinzu, mit f\u00fcnf H\u00e4usern und einer Ruine. Mit Hilfe von einheimischen Handwerkern wurden zuerst im hinteren Teil, sp\u00e4ter auch an H\u00e4usern im vorderen Bereich Ausbauarbeiten vorgenommen.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div class=\"default-style\">\n<div>Die Erinnerung an Gotte Trudi d\u00fcrfte bei allen, die sie gekannt haben, lebendig geblieben sein. Eine kleine Frau mit einem furchigen, g\u00fctigen Gesicht. Grosses Kreuz an einer Kette um den Hals. Bescheiden, gen\u00fcgsam und immer mit einem sanften L\u00e4cheln auf den Lippen. Auf Colmina schlief sie in einem winzigen Zimmerchen. Und freute sich als kinderlose Rotkreuz-Schwester \u00fcber die Kinderschar, die Leben auf die Alp brachte. Einmal erz\u00e4hlte sie dem staunenden Nachwuchs, wie sie vor dem Kauf der Alp Nonna Lucia zur Hand gehen wollte, die im Sommer auf Colmina wohnte und bei einer Quelle Wasser holen ging. Und wie sie es trotz vieler Jahre Altersunterschied nicht einmal schaffte, den Wasserbeh\u00e4lter \u00fcberhaupt nur vom Boden hochzuheben.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>Von der Leidenschaft f\u00fcr Colmina liess sich vor allem Gotte Trudis Schwester Susi Gurtner mit ihrer Familie anstecken. Auf einem Acker begannen bald Kartoffeln und anderes Gem\u00fcse zu gedeihen. Sp\u00e4ter war ihr Sohn Martin mit seiner Frau Margrit treibende Kraft auf Colmina. Sommer f\u00fcr Sommer wurden zusammen mit den drei S\u00f6hnen sowie tatkr\u00e4ftiger Mithilfe von Verwandten und Freunden die Wiesen gem\u00e4ht und mit Holzrechen geheut, damit sich der rasch wachsende Wald nicht \u00fcber die ganze Alp ausbreitete. Die H\u00e4user und die Umgebung wurden instand gehalten &#8211; wobei es \u00fcber Jahre Unterst\u00fctzung gab von den beiden Einheimischen Fausto, der Reparaturen an den H\u00e4usern vornahm, und Sebe, der f\u00fcrs M\u00e4hen zust\u00e4ndig war. Strom gibt es bis heute keinen, gekocht wird auf dem offenen Feuer, geduscht unter freiem Himmel. Das Wasser musste einst in Kanistern im knapp f\u00fcnfzehn Gehminuten entfernten Calascio geholt werden &#8211; bis schliesslich 1985 eine Wasserleitung nach Colmina hochgezogen wurde.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>1993 starb Gotte Trudi. Die Alp hinterliess sie ihren Geschwistern und deren Nachkommen &#8211; der Ort solle \u00abals St\u00e4tte des Friedens und der Erholung\u00bb erhalten bleiben. Um Gotte Trudis Erbe langfristig zu sichern, wurde 2007 eine Genossenschaft gegr\u00fcndet. Mittlerweile haben engagierte, junge Kr\u00e4fte einen grossen Teil der anfallenden Arbeiten \u00fcbernommen &#8211; und die n\u00e4chste Generation stapft auch schon munter auf Colmina herum.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>Herausforderungen gab und gibt es immer wieder neue. Wildschweine zerw\u00fchlten \u00fcber Jahre die Wiesen, die in stundenlanger, m\u00fchseliger Kleinarbeit von Margrit Gurtner \u201crepariert\u201d wurden &#8211; schliesslich konnte nur noch ein Zaun rund um Colmina Abhilfe schaffen. Martin Gurtners ganzer Stolz ist der Neubau der 130 Meter langen Trockenmauer am Schlangenweg. Mehrere H\u00e4user im vorderen und hinteren Teil erhielten in den letzten Jahren neue Steind\u00e4cher und wurden im Inneren erneuert und ausgebaut. 2025 zogen erstmals wieder Nutztiere auf die Alp &#8211; nicht wie einst K\u00fche und Geissen, sondern Schafe, Alpakas und ein Lama. Mit ihnen sorgt&nbsp; Marika Neveri daf\u00fcr, dass sich der Zustand der B\u00f6den wieder verbessert.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>Einiges hat sich ver\u00e4ndert in all den Jahren auf Colmina. Geblieben sind das einfache Alpbleben, der Respekt vor der Natur, der Idylle, dem Verm\u00e4chtnis von Gotte Trudi. Und die tiefe Verbundenheit mit einem einmaligen Ort. Eben dem \u00abposto pi\u00f9 bello del mondo\u00bb\u2026<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div><em>Mick Gurtner &#8211; mit Material von Martin Gurtner<\/em><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"leading\">\n<div class=\"front\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Colmina &#8211; eine kurze Geschichte des \u00abposto pi\u00f9 bello del mondo\u00bb Sch\u00f6n? Nein, Colmina ist nicht einfach sch\u00f6n. Nicht bloss idyllisch. Colmina ist mehr. Viel mehr. Schlicht \u00abil posto pi\u00f9 bello del mondo\u00bb. So hat es Fausto mal ausgedr\u00fcckt, und der war kein Mann der grossen Worte. Lieber schichtete er stundenlang Steine und renovierte H\u00e4user [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-98","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/98","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/98\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":285,"href":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/98\/revisions\/285"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alpcolmina.ch\/colmina\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}